Flügelschlag Werkbühne e. V.: Clara im Rückspiegel


Foto: Christina Voigt



Clara Schumann und Istanbuler Taxi-Fahrerinnen – zwei Jahrhunderte, zwei kulturelle und soziale Welten, wie sie unterschiedlicher kaum vorstellbar sind. Was sie verbindet: Als Role Model, Einzelkämpferinnen, Wegbereiterinnen eroberten sie klassische Männerbastionen. Die Eine: international gefeierte Künstlerin und anerkannte Komponistin, zu einer Zeit, da nur wenige Frauen überhaupt in der Öffentlichkeit auftraten.  Die Anderen: wenige Vertreterinnen in der bis heute in der Türkei Männern vorbehaltenen Taxi-Branche, denen eine fiktive Kultfigur einer Fernsehserie als Referenz diente.

Nebahats Schwestern, eine Video-Installation des Künstlers Emanuel Mathias, über Taxifahrerinnen aus Istanbul gab den Ausgangspunkt, der 200. Geburtstag von Clara Schumann den Anlass für die Konzertinstallation Clara im Rückspiegel, die am 20. September 2019 in Clara Schumanns Geburtsstadt Leipzig zur Uraufführung gelangt. Weitere Aufführungen wird es im November in Bonn geben, der Stadt, wo die Künstlerin neben ihrem Mann begraben liegt.

Drei Komponistinnen – drei Generationen – drei Herkunftsländer. Violeta Dinescu, geboren in Rumänien, Annette Schlünz aus Deutschland und Beste Özçelebi aus der Türkei, verbinden Ausgangspunkt und Anlass. Lieder und Kammermusik von Clara Schumann bilden die musikalische Basis, dienen als Assoziationsmaterial, auf dessen Grundlage die Komponistinnen jeweils ein eigenes Stück entwickelten und dabei gefilmt wurden. Der Schaffensprozess, aber auch die dahinter stehenden zentralen Fragen treten auf diese Weise hervor. Fragen, die sich heute immer noch genauso stellen wie vor 200 Jahren: Was sind meine Wurzeln? Was ist meine Bestimmung? Was ist meine künstlerische Sprache? Wie kann ich mich als Frau und Künstlerin in einer immer noch männlich geprägten Welt behaupten?



>> Trailer >>


>> Filmischer Beitrag von Emanuel Mathias



Förderer: Die Produktion CLARA IM RÜCKSPIEGEL wurde vom Kulturdezernat der Stadt Leipzig für eine Komplexförderung CLARA19 ausgewählt. Des Weiteren wurde die Produktion vom Musikfonds, von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Kunststiftung NRW mit einer Förderung ausgezeichnet und wird von der Leipzigstiftung unterstützt.



Violeta Dinescu, geboren 1953 in Bukarest, ist eine rumänische Pianistin, Komponistin und Hochschullehrerin. Sie lebt und arbeitet seit 1982 in Deutschland. Seit 1996 hat sie eine Professur für angewandte Komposition an der Universität Oldenburg inne, wo sie Colloquien mit Komponisten veranstaltet. Sie erhielt bisher über fünfzig internationale Preise und Auszeichnungen für ihre Kompositionen. Ihr Werk wird durch den Verlag Dohr veröffentlicht.


Annette Schlünz wurde 1964 in Dessau geboren. Die Komponistin und Lehrbeauftragte wurde vielfach mit namhaften Stipendien und Preisen ausgezeichnet und als Dozentin für Kompositionskurse und Jurorin eingeladen. Seit 2010 ist sie Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und seit 2011 der Freien Akademie Hamburg. Annette Schlünz lebt freischaffend in Süddeutschland und Frankreich.


Beste Özçelebi wurde 1983 in Ankara geboren. Nach ihrem erfolgreich absolvierten Kompositionsstudium in Ankara und internationalen Aufführungen ihrer Werke kam sie 2013 nach Leipzig, wo sie im Fach Komposition ihren Masterabschluss erhielt und ein Meisterklassenexamen anschloss. 2017 erhielt Beste Özçelebi den Förderpreis für junge Komponisten und Musikwissenschaftler des Deutschen Komponistenverbandes, Landesverband Sachsen.



Gesang: Lisa Fornhammar
Viola: Cenk Erbiner
Klavier: Mediha Khan
Künstlerische Leitung: Ilka Seifert, Anja-Christin Winkler
Dramaturgie: Ulrike Schumann
Video | Schnitt: Christina Voigt
Ausstattung | Kostüm: Lisa Schiller-Witzmann
Technik: Gen.Pi (Felix Richter)
Produktionsleitung | Presse: Sophie Renz
Produktionsmitarbeit: Steffen Reinhold

Eine Produktion von Flügelschlag Werkbühne e. V.



Termin:


2. November 2019


Brotfabrik Bühne Bonn

Kreuzstraße 16

53225 Bonn



Informationen zu CLARA